Neben Vorzeigeparks wie dem Englischen Garten oder dem Park des Nymphenburger Schlosses begegnet man in München immer wieder Vertretern der Gattung “Park”, in denen man keine einladenden Wiesen oder freizeitlich gestimmte Picknicker trifft. Stattdessen verbergen sich dahinter häufig Neubaugebiete, Einkaufszentren oder Büroflächen. Zum Start der Freiluftsaison haben wir für die jetzt.muenchen-Seite in der Süddeutsche Zeitung fünf von diesen Parks besucht.
Arnulfpark

Status: Ein seit 2004 entstehendes Wohn- und Bürogelände, das von sich behauptet, “Manhattan-Feeling” anbieten zu können.
Lage: Im zentrumsnahen Westen, auf dem Gelände des ehemaligen Containerbahnhofs zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke.
Das gibt es dort zu sehen: Von der thematischen Anlehnung an die antike Symbolik der Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft, mit der das neue Wohn- und Büroflächenareal beschrieben wird, jedenfalls nichts. Stattdessen eröffnet sich einem hier jedoch ein hervorragender Panoramablick auf die Stammstrecke der S-Bahn, ein paar spielende Kinder und eine Restaurantbar mit dem vielversprechenden Namen Pompidou. So sieht es wohl aus, wenn ein Stadtteil neu entsteht.
Hauptattraktion: Definitiv das Gelände des Freiheiz, einem alten Heizkraftwerk, in dem heute Konzerte und sonstige Kulturveranstaltungen stattfinden. Ansonsten könnte man hier noch den Tengelmann an der Donnersbergerbrücke hervorheben, der mit einer erstaunlich großen Palette nie zuvor gesehener Drogeriemarktprodukte und Neunzigerjahre-Spielwaren wie Tiersammelbildchen oder Erbsenpistolen auftrumpft.
Parkstadt Schwabing

Status: Ein Wohngebiet mit Büros in Hochhäusern, in dem die Straßen bedeutungsschwanger nach großen Gestaltern und Bauhaus-Designern wie Wilhelm Wagenfeld und Marcel Breuer benannt wurde. Wohl um jeden Zweifel aus dem Weg zu räumen, dass hier zeitlose Architektur entstehen könnte.
Lage: Im Norden, zwischen Autobahn, Mittlerem Ring und Domagkstraße. Zu erreichen mit einer der neuesten Tramlinien Münchens: der 23.
Das gibt es dort zu sehen: Seit hier am Heimkehrerendspurt einige der höchsten Gebäude Münchens stehen, wird man auf der Autobahn aus Richtung Norden stets von einer für Münchner Verhältnisse weltstädtischen Skyline begrüßt. Die Bürokomplexe tragen hier Namen wie m.pire oder Highlight Towers und alle paar Meter begegnet man Umrissen von großen, weißen Würfeln, die von Drahtseilen durchzogen sind, an denen eines Tages vermutlich Pflanzen hochwachsen sollen. Bis es soweit sein wird, besteht dieser Park aus drei einsamen Birken.
Hauptattraktion: Die Parkstadt Schwabing ist vermutlich der einzige Ort in München, an dem die Straßenbahn dort fährt, wo gar keine Straße ist und sogar auf einer Brücke den Mittleren Ring überquert. Für dieses spektakuläre Erlebnis wurde eigens eine neue Tramlinie gebaut.